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Redensarten und Sprüche rund um unsere Füße und Schuhe

Jemandem etwas in die Schuhe schieben

Diese Redensart kommt aus dem Mittelalter und handelt von fahrenden Gesellen, die in gemeinsamen Schlafsälen nächtigten. Ab und zu stahl einer der Gesellen. Damit dieser dann bei einer Hausdurchsuchung nicht erwischt wird, legte er das Diebesgut in die Stiefel eines Kollegen. Somit wurde nicht er sondern ein anderer verdächtigt.

Wo drückt der Schuh?

Diese Redensart wird schon im Altertum verwendet. Paulus Aemilius wurde von seinen Freunden vorwurfsvoll gefragt, wie er sich von seiner schönen und treuen Frau trennen konnte. Daraufhin zeigte er auf seine neuen Schuhe und erklärte, dass seine Schuhe sehr schön seien aber niemand außer ihm wisse, wo sie ihn drücken.

Mit dem falschen Fuß aufstehen

Diese Redensart stammt aus dem bäuerlichen Milieu und handelt von einem Bauer der sehr früh aufstehen musste und schlaftrunken in seine Pantoffeln stieg. Wenn er dann in die falsche Seite schlüpfte, z.B. mit dem linken Fuß in den rechten Pantoffel, konnte es passieren, dass er umgeknickt ist und somit der Fuß den ganzen Tag schmerzte.

Ein Pantoffelheld sein

Früher galten der Fuß und Schuh als Herrschaftszeichen. Z.B. stellen selbst heute noch Jäger ihren Fuß auf das erlegte Wild und drücken damit Überlegenheit und Macht aus. Da Frauen früher zu Hause blieben und das Haus hüteten, trugen sie immerzu Pantoffeln. Wenn der Mann nichts im Haus zu sage hatte, stand er ironisch ausgedrückt unter der Pantoffel der Frau und wurde als Pantoffelheld bezeichnet.

Auf freien Fuß sein

Die Redensart auf freien Fuß sein wird in der Vergangenheit wie heute als Rechtsausdruck verwendet. Der „freie Fuß“ bedeutet ursprünglich, dass er im Gegensatz zu Gefangenen nicht durch Fesseln behindert ist.

Kalte Füße bekommen

Die Redensart ist auf frühere Glücksspiele zurück zu führen. Damals war das Kartenspielen um Geld verboten, deshalb trafen sich die Spieler in dunklen Kellern, wo es meist sehr kalt war. Waren die Karten eines Spielers schlecht, so nutzte er die Kälte als Ausrede um das Spiel zu verlassen. So wurde „kalte Füße bekommen“ als Spruch um sich einer bestimmten Situation zu entziehen.

In die Fußstapfen treten

Die Redensart ist schon auf das Neue Testament zurück zu führen. Im Petrusbrief heißt es „Christus hat für euch gelitten und euch ein Beispiel gegeben, damit ihr seinen Fußspuren folgt“. Auch in asiatischen Tempeln findet man große Trittspuren Buddhas, die als bildliche Aufforderungen gelten, in seine Fußstapfen zu treten.